
Abdulhamid Kircher: Rotting from Within

Der deutsch‑türkische Künstler Abdulhamid Kircher (*1996) setzt sich in seiner analogen fotografisch-installativen Arbeit mit den Folgen von Patriarchat und Gewalt sowie mit der Suche nach Versöhnung und Nähe auseinander. Seine Arbeit versteht er als fragmentarisches, lebendiges Familienalbum. Er umkreist dabei die Abwesenheit des Vaters, eine Leerstelle, die zur Sehnsuchts- und Projektionsfläche wird. »Vielleicht bin ich es, der ihn zuerst lieben muss«, so Abdulhamid Kircher
Die Ausstellung »Rotting from Within« empfängt Besucher*innen mit einem wuchernden Panorama aus Fotografien, Texten und Archivmaterial. Die neu entwickelte, 9 Meter breite und über 2 Meter hohe Installation verwebt Szenen, Begegnungen und Abschiede zwischen Berlin und der Türkei, aus denen sich puzzleartig die Dynamik einer Vater-Sohn-Beziehung zusammensetzt. In dieser Präsentation erweitert Abdulhamid Kircher den Fokus auch um seinen Großvater väterlicherseits.
Die Vater-Sohn-Konstellationen in den Aufnahmen erzählen von Einsamkeit, Sucht, Gewalt und Verletzungen, aber auch von Annäherung, Rausch, Berührung und Trauer. Kirchers Bildsprache – intensive Farben, kontrastreiche Lichtstimmungen und emotionale Frequenzen – verstärkt die Unmittelbarkeit und Verletzlichkeit seiner Motive. Die Dunkelkammer wird dabei zum Denk‑ und Erfahrungsraum, in dem Erinnerungen, Beziehungen und persönliche Geschichten sichtbar werden.
Kuratiert von Nadine Isabelle Henrich, Kuratorin des Haus der Photographie. Kuratorische Assistenz: Viktoria Rochambeau, kuratorisches Volontariat, Haus der Photographie
Zur Ausstellung erscheint im Rahmen der 9. Triennale der Photographie ein Leporello mit Bildsequenzen aus Abdulhamid Kirchers Familienarchiv und Arbeiten aus der Serie Rotting from Within sowie einem Text von Nadine Isabelle Henrich.
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