VON UND MIT   BUCERIUS KUNST FORUM / DEICHTORHALLEN HAMBURG / HAMBURGER KUNSTHALLE / KUNSTVEREIN IN HAMBURG / MUSEUM FÜR KUNST UND GEWERBE HAMBURG

Deichtorhallen Hamburg

Ausstellungen

TOM SACHS
SPACE PROGRAM: RARE EARTHS (SELTENE ERDEN)

19.9.21 – 10.4.22

Vom 19. September 2021 bis zum 10. April 2022 begeben sich die Deichtorhallen Hamburg gemeinsam mit dem amerikanischen Künstler Tom Sachs und seinem Team von Bildhauer*innen und Astronaut*innen auf eine interstellare Mission, dem »Space Program: Rare Earths (Seltene Erden)«. Diese vierte Ausstellung in Sachs' »Space Program« ist Teil seiner dreizehnjährigen Erkundungsreise an die Grenzen anderer Welten und menschlicher Möglichkeiten zur Erforschung des Weltraums.

In »Space Program: Rare Earths (Seltene Erden)« geht es für Sachs’ Astronaut*innen auf den hellsten und erdnächsten Asteroiden Vesta, mit dem Ziel, die mineralischen Seltenen Erden des Protoplaneten abzubauen und somit den unbändigen Hunger der Menschen nach Technologie zu stillen. Alles Überlebenswichtige für diese Mission haben Sachs und seine Crew an Bord – konstruiert aus Sperrholz, Schaumstoffplatten, Schrauben, Heißkleber und verschiedenen anderen Utensilien.

Auf 3.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche wird Tom Sachs die Halle für aktuelle Kunst mit neuen und bereits bestehenden Bricolage-Arbeiten in eine interaktive Space-Landschaft verwandeln. Zum Auftakt der Ausstellung werden Sachs und sein Team das skulpturale Gesamtkunstwerk durch eine sogenannte »Marathon-Demonstration« aktivieren. Am 18. September 2021 wird eine vollständige Space Mission, die nach strengstem Raumfahrtprotokoll durchgeführt wird. Teil des ganztägigen Prozesses sind neben der wissenschaftlichen Erforschung des Asteroiden Vesta und dem Abbau von Mineralien von dessen Oberfläche auch die Versorgung der Astronaut*innen mit Lebensmitteln, deren Unterhaltungsprogramm sowie die Entsorgung ihrer menschlichen Abfälle während ihrer Mission, aber auch das Ritual der japanischen Teezeremonie.

Während der Ausstellungszeit können sich die Besucher*innen einem »Indoktrinationsprozess« unterziehen, innerhalb dessen ihnen spezifische Aufgaben und Fragen gestellt werden. Nach erfolgreicher Absolvierung der »Indoktrination« werden Besucher*innen Teil des Tom Sachs-Teams, erhalten eine ID und die Berechtigung, an der Installation teilzuhaben. Sie lernen ikonische Elemente vergangener Missionen kennen, darunter das »Landing Excursion Module (LEM)« und »Mission Control Center«. »Indoktrinierte« Besucher*innen werden dazu ermutigt, sich auch dem Ritual der »Transsubstantiation« (lat. für Wesensverwandlung) hinzugeben: Indem sich Besucher*innen von ihren Mobiltelefonen trennen, liefern sie einen wichtigen Beitrag zu Sachs’ Feldforschung zur mentalen Vernetzung der Menschheit und ihrer Sucht nach Technologie. Gleichzeitig tragen sie zur Gewinnung der sogenannten »Abyss« bei.

Tom Sachs: »Wir begeben uns nicht in andere Welten, weil wir diesen Planeten kaputt gemacht haben und eine neue Heimat suchen, sondern um unsere Ressourcen hier auf der Erde besser zu erfassen. Wir sind alle telepathisch durch unsere Mobilgeräte miteinander verbunden. Diese Geräte funktionieren mithilfe von Elementen der Seltenen Erden. Wir produzieren mehr Telefone, als die Ressourcen des Planeten Erde liefern können. Vesta mit seinem differenzierten Kern bietet einzigartige Möglichkeiten für den Abbau von Edelmetallen: Gold, Platin und Palladium – Rohstoffe, die wir dringend benötigen, um unsere Bedürfnisse zu stillen.«

Jede Space Mission von Tom Sachs geht auf einen spezifischen künstlerischen Aspekt ein – so auch die Vesta-Mission. In »Space Program: Rare Earths (Seltene Erden)« sind zahlreiche neue Arbeiten von Sachs zu sehen: »Transubstantiation« (2020/21), »Vehicle Assembly Building« (2021) und ein MRT-Gerät, in dem sich eine virtuelle Reise unternehmen lässt.

Alle vier Weltraumexkursionen – die zum Mond in der Gagosian Gallery (2007), die Marsmission in der Park Avenue Armory (2012), die zum Jupitermond Europa im Yerba Buena Center for the Arts (2016) und die bevorstehende zu Vesta – sind von wissenschaftlichem Forschergeist und der Praxis der Bricolage gleichermaßen durchdrungen. Gerade in unserem Zeitalter der instant gratification, in dem alles jederzeit verfügbar ist, legt Sachs seinen Fokus darauf, die menschlichen Spuren von Handwerk und Konstruktion als Markenzeichen zu etablieren. Er hinterfragt Aspekte moderner Kreativität und spielt auf heutiges Konsumverhalten, Produktionsweisen und die kurze Lebensdauer der Dinge an, die wir kaufen.

Für Tom Sachs sind die ausgestellten Skulpturen so etwas wie »Objekte der Liebe«, mit denen tief verwurzelte Traditionen hochgehalten werden, wie etwa die Rituale der Atelierarbeit, alles Analoge und seine Faszination für Handgefertigtes. Spuren von Bleistiftstrichen, Leimtropfen, Kratzer und freiliegende Schweißnähte sollen die Prozesse der Handarbeit bewusst verdeutlichen und transparent machen. Die Werke entstehen gemeinsam mit seinem zehnköpfigen Studioteam, das ähnlich funktioniert wie eine religiöse Gemeinschaft, deren Verehrung allerdings dem Sperrholz, der Heißklebepistole und dem Ethos der Transparenz gilt.

 

 

Über Tom Sachs (*1966, New York)

Tom Sachs’ genresprengende Mixed-Media-Skulpturen, oft Nachbildungen moderner Ikonen aus alltäglichen Materialien, zeigen die ganze Arbeit, die in der Herstellung eines Objekts steckt und stehen für eine Umkehrung des Trends immer modernerer Produkte mit ihren sauberen, einfachen und perfekten Kanten. Sachs’ Skulpturen sind auffallend handgemacht, liebevoll zusammengebaut aus Sperrholz, Harz, Stahl und Keramik. Die Narben und Unvollkommenheiten in den Skulpturen erzählen die Geschichte ihrer Entstehung und lösen sich von der Vorstellung einer wundersamen künstlerischen Empfängnis.

Die Arbeiten von Tom Sachs wurden weltweit in Ausstellungen gezeigt. Sie befinden sich in den Sammlungen des Solomon R. Guggenheim Museums, des Whitney Museum of American Art, des Museum of Modern Art in New York, des Centre Georges Pompidou in Paris, des Metropolitan Museum of Art in New York, des San Francisco Museum of Modern Art und des Astrup Fearnley Museum of Modern Art in Oslo. Sachs hatte große Einzelausstellungen im Nasher Sculpture Center in Dallas (2017), im Brooklyn Museum (2016), im Noguchi Museum in New York (2016), im Contemporary Austin (2015), in der Park Avenue Armory in New York (2012), im Aldrich Contemporary Art Museum in Ridgefield, Connecticut (2009), in der Fondazione Prada in Mailand (2006), im Deutsche Guggenheim in Berlin und im SITE Santa Fe (1999).

Tom Sachs lebt und arbeitet in New York.

 

 

Bild links: Landing Exkursion Module (LEM), 2007 ; Bild mittig: Mary's Suit, 2019; Bild rechts: Indoctrination Center (Materials Library), 2012. Für alle Bilder gilt: Foto: Genevieve Hanson © Tom Sachs

Weitere Ausstellungen

Im Moment sind keine weiteren Einträge vorhanden.

 
Deichtorhallen

Deichtorhallen Hamburg

ÖFFNUNGSZEITEN:

Di. – So.  11 – 18 Uhr
1. Do. im Monat 11 – 21 Uhr
Mo. geschlossen

KONTAKT:

Deichtorstraße 1–2
20095 Hamburg

+49 40 32 10 30
mail@deichtorhallen.de
www.deichtorhallen.de

FÜHRUNGEN:

Mehr Infos hierzu

ANFAHRT:

Die Deichtorhallen Hamburg sind mit den öffentlichen Verkehrsmitteln bequem zu erreichen. Buslinie 112 oder U1 bis zur Haltestelle Steinstraße, von dort erreichen Sie die Deichtorhallen zu Fuß in etwa 2 Minuten. Vom Hauptbahnhof sind es etwa 800 Meter Fußweg. Der Weg ist ausgeschildert.

Nutzen Sie die Fahrplanauskunft des Hamburger Verkehrsverbundes wenn sie mit der U-Bahn, S-Bahn oder dem Stadtbus fahren wollen.

HVV FAHRPLANAUSKUNFT

An vielen Leihstationen auf der Kunstmeile haben Sie rund um die Uhr die Möglichkeit ein StadtRAD auszuleihen und wieder abzugeben.

STADTRAD-PORTAL