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Deichtorhallen Hamburg

Ausstellungen

JACK DAVISON
OMER FAST
FRIDA ORUAPBO

30.9.2021 – 23.1.2022

PHOXXI. HAUS DER PHOTOGRAPHIE TEMPORÄR

Der Brückenschlag zwischen historischer Fotografie und der digitalen Gegenwart des 21. Jahrhunderts steht im Mittelpunkt der ersten Ausstellungsprojekte im PHOXXI, dem temporären Haus der Photographie. Vom 30. September 2021 – 23. Januar 2022 zeigen die Ausstellungen von JACK DAVISON, OMER FAST und FRIDA ORUPABO Erweiterungen der analogen Fotografie ins Digitale, Dreidimensionale und Bewegtbild.

Der Rückgriff auf bereits vorhandene ikonische Bilder bildet die Grundlage des Werkes von JACK DAVISON (*1990 in Essex). Der in London lebende Fotograf verarbeitet eine Vielzahl von Genres, Stilen und Techniken, die vom Avantgarde-Experiment bis zum objektiven Dokumentarfilm, vom Porträt aus der Mitte des 20. Jahrhunderts hin zur konzeptionellen Studie reichen. Seine Bilder wirken wie Déjà-vus aus der Geschichte der Fotografie und erinnern an Fotografien von Max Ernst oder Man Ray. Davison gelingt es Werke zu schaffen, die auf faszinierende Weise unmittelbar gegenwärtig erscheinen. Dabei verarbeitet er die Präsentationsästhetik von Online-Communities wie etwa Flickr. Inspiriert von der Bildsprache Salvador Dalís spielt Davison mit Lichtreflexen und der gezielten Verwendung einzelner Requisiten und überführt auf diese Weise surrealistische, traumwandlerische Ausdrucksformen in die Gegenwart.

Der israelische Videokünstler OMER FAST (*1972 in Jerusalem, lebt in Berlin) reflektiert mit seiner 3D-Mehrkanal-Video-Installation »August« das Werk von August Sander, einem der wichtigsten Fotografen des frühen 20. Jahrhunderts. Omer Fast stellt Sander als einen fiktiven Charakter am Ende seines Lebens dar, fast blind und vom Tod seines Sohnes und den Geistern der von ihm fotografierten Figuren heimgesucht. Auch Sanders bahnbrechende Porträtreihe »Menschen des 20. Jahrhunderts«, die er von 1900 bis Mitte der 1930er-Jahre erschuf, wird im Film thematisiert. Letztendlich wird der Frage nachgegangen, ob die Fotografie als Medium die Wahrheit über Menschen und die Gesellschaft abbilden kann. Die erzählerische Linie zwischen Dokumentation und Fiktion, wie sie Omer Fast gezielt in seinen Werken einsetzt, ist Teil eines aufkommenden Genres in der zeitgenössischen Kunst, das als »Parafiction« bekannt ist.

Der norwegisch-nigerianische Künstlerin FRIDA ORUPABO (*1986, lebt in Oslo) dienen im Internet gefundene historische Bilder sowie Abbildungen aus der Kolonialgeschichte, aus Musikvideos, afroamerikanischen Medien oder privaten Aufnahmen zur eigenen Herkunfts- und Identitätsfindung. Ihr umfangreiches Archiv, das sie über ihren Instagram-Account @nemiepeba öffentlich macht, bildet für sie eine Grundlage, um das koloniale Erbe zu verstehen, zu verarbeiten und neu zu ordnen. Ausgehend von der Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen Künstler Arthur Jafa und der damit beginnenden Ausstellungstätigkeit erweitert Orupabo die digitale Praxis in den dreidimensionalen Raum. Ihre Collagen zerstückeln Körperabbildungen, fügen sie wie brutal verzerrte Gliederpuppen mit Reißzwecken zusammen oder konfrontieren sie mit Genrebildern, deren Zusammenhang oft im Unklaren bleibt. Rassismus und Sexismus sind offensichtliche Themen dieser eindringlichen Werke, die sich vom Internet über Wände, Tische und Böden in den Raum erweitert haben.

 

 

Bild links: Frida Orupabo: Untitled, 2019. Collage mit Reißzwecken auf Aluminium aufgezogen. Courtesy: the artist & Galerie Nordenhake Berlin/Stockholm/Mexico City. Foto: Gerhard Kassner, Berlin; Bild Mitte: Omer Fast: Still aus dem Film August, 2016. 3D-Film mit Sound, 15:30 min. Im Auftrag von Martin Gropius Bau/ Berliner Festspiele. Foto: © Filmgalerie 451/ Stefan Ciupek/ Julia M. Müller; Bild rechts: Jack Davison: Untitled, 2020 © Jack Davison

 

 

 

 

 

 

 

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