Jed Martin – Die Karte ist interessanter als das Gebiet

21. April - 18. Juni 2017
Damien Hirst and Jeff Koons dividing up the art market, Foto: Anita SchmidDamien Hirst and Jeff Koons dividing up the art market, Foto: Anita Schmid

„Ich wär so gern ein Künstler / Um die Welt neu zu erschaffen / Um Anarchist sein zu können / Um wie ein Millionär zu leben!“

Jed Martin, geboren 1975, ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler Frankreichs. Mit digital manipulierten Fotografien von Michelin-Straßenkarten lieferte er bereits früh distanzierte Reflexionen zum Zustand der Welt. Ab 2010 wendete sich Martin verstärkt der figurativen Malerei zu. In dieser bislang produktivsten Schaffensperiode entstand die Serie einfacher Berufe, die Martin den internationalen Durchbruch verschaffte und heute auf Auktionen zu Höchstpreisen gehandelt wird. Das – nicht zuletzt aufgrund seiner tragischen Geschichte – bekannteste Bild der Serie ist Michel Houellebecq, Schriftsteller. Es zeigt den Autor des Romans Karte und Gebiet nur wenige Monate vor seiner fiktionalen Enthauptung im Frühjahr 2018 durch einen Kunstdieb. Der Wert des Bildes, das sich mittlerweile wieder in Privatbesitz befindet, wird nach Houellebecqs Tod auf circa zwölf Millionen Euro geschätzt.

Jed Martin lebt dem Vernehmen nach zurückgezogen im Pariser Département Creuse. Das Deutsche SchauSpielHaus und der Kunstverein in Hamburg feiern den Künstler in einer retrospektiv angelegten Werkschau.

Besetzung: Lutz Bacher, Maya Deren, Iris Häussler, Christian Jankowski, Eva Kot'átková, Constantin Luser, Seb Patane & Black To Comm, Jochen Schmith, Stefan Vogel, Christopher Williams (Kunstverein) Sachiko Hara, Jan-Peter Kampwirth, Christoph Luser, Anne Müller, Bettina Stucky, Michael Weber (Schauspielhaus)

Idee und Konzept: Anita Schmid, Christoph Luser
Kuratiert von: Bettina Steinbrügge, Anita Schmid und Christoph Luser
Bühne: Franz Dittrich
Kostüme: Astrid Klein
Dramaturgie: Bastian Lomsché

Das Projekt wird mit Beteiligung der Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg sowie der Mara und Holger Cassens-Stiftung realisiert.